Kabel durch Leerrohr ziehen: So gelingt es sicher und einfach

Planen Sie gerade eine Elektroinstallation, dann kommen Sie an den sogenannten Leerrohren nicht vorbei. Leerrohre schützen Kabel und Leitungen zuverlässig vor Beschädigungen. Damit Ihre Leitungen später einfach durch das Rohr gezogen werden können, möchten wir Ihnen die besten Tipps und Tricks vorstellen, um ein Kabel durch ein Leerrohr zu ziehen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen nicht nur die optimale Methode vor, sondern auch die Werkzeuge, die Sie beim Kabelziehen benötigen.

Warum sollten Sie auf das Leerrohr nicht verzichten?

Leerrohre sind ein wichtiger Bestandteil moderner Elektroinstallationen. Die Rohre kommen bei Installationen in Wänden, Decken oder im Boden zum Einsatz. Dort dienen sie als Schutzmantel für Kabel und Leitungen, um diese vor Beschädigungen oder Kabelbruch zu schützen. 

Zusätzlich machen die Leerrohre den späteren Austausch von Kabeln einfacher, da Sie das Kabel einfach durch das vorhandene Rohr ziehen können. Das spart Ihnen Zeit und Geld.

Wie ziehen Sie ein Kabel durch ein Leerrohr?

In der Theorie klingt das Vorgehen recht einfach, doch die Praxis zeigt ein anderes Bild. Denn nicht immer verläuft das Rohr geradeaus. Kurven, enge Bögen oder längere Strecken können das Einziehen deutlich erschweren.

So gehen Sie vor, wenn Sie ein Kabel durch ein Leerrohr ziehen:

  1. Einziehdraht oder Einziehband verwenden: Zunächst wird ein Einziehdraht oder ein Einziehband durch das Leerrohr geführt. Dieser Draht ist flexibel genug, um auch durch Bögen zu gleiten, stabil genug, um später das Kabel zu ziehen. Bei kurzen geraden Strecken reicht manchmal auch ein steifer Kabeleinziehdraht aus.

  2. Kabel am Einziehdraht befestigen: Ist der Einziehdraht durchgefädelt, wird das Kabel sicher daran befestigt. Wichtig ist dabei, dass die Verbindung nicht zu sperrig ist. Denn je schmaler der Übergang zwischen Draht und Kabel, desto leichter lässt sich alles durch das Rohr führen.

  3. Kabel einziehen: Jetzt wird das Kabel durch das Rohr gezogen, während eine zweite Person das Kabel von der anderen Seite nachjustiert und darauf achtet, dass es nicht verkantet. Bei längeren Strecken ist dieser zweite Handgriff besonders hilfreich.

  4. Kabel sichern: Ist das Kabel durchgezogen, wird es an beiden Enden gesichert und für die weitere Elektroinstallation vorbereitet.

Kabel durch Leerrohr ziehen: Werkzeug, das Ihnen dabei hilft

Mit dem richtigen Werkzeug können Sie sich die Arbeit erleichtern. Den Einziehdraht haben wir bereits kennengelernt. Er ist flexibel, stabil und in vielen Längen erhältlich. Zusätzlich können Sie das Kabel auch mit diesen Werkzeugen durch das Leerrohr ziehen:

  • Einziehband: Dieses Utensil eignet sich vor allem bei engen Rohren, da das Band flacher als der Einziehdraht ist.

  • Einziehspirale: Die Alternative zum Einziehdraht. Besonders gut geeignet für kurze Strecken und leichte Bögen

  • Kabeleinziehhilfe mit Gleitmittel: Gleitmittel ist ein echter Geheimtipp für müheloses Einziehen der Kabel in ein Leerrohr. Denn dadurch wird die Reibung beim Durchziehen verringert. 

Gerade bei langen Strecken oder mehreren Bögen lohnt es sich, auf ein hochwertiges Einziehband zu setzen. Es lässt sich auch durch enge Kurven führen und bricht nicht so leicht wie ein einfacher Stahldraht.

Für die Elektroinstallation im privaten Bereich reicht in vielen Fällen ein einfaches Set aus Einziehdraht und Gleitmittel aus. In der Industrie oder beim Maschinenbau kommen oft hochwertigere Werkzeuge zum Einsatz.

Kabel durch Leerrohr ziehen: Trick für schwierige Strecken

Manchmal will das Kabel einfach nicht durch das Rohr gleiten. Gerade bei langen Strecken, engen Bögen oder mehreren Kurven hintereinander kann das Einziehen zur echten Geduldsprobe werden. Damit Ihnen das Einziehen des Kabels leichter fällt, wünschen wir Ihnen zwei einfache Tricks vorzustellen.

Gleitmittel verwenden: Ein geeignetes Kabelfett oder Einziehspray reduziert die Reibung im Rohr deutlich. Das Kabel lässt sich dadurch viel leichter durch das Rohr ziehen, ohne dass es sich verhakt oder klemmt. Wichtig ist dabei, ein Gleitmittel zu wählen, das die Kabelisolierung nicht angreift.

Kabel leicht drehen: Sollten Sie gerade kein Gleitmittel wie Kabelfett zur Hand haben, kann es helfen, das Kabel leicht zu drehen, während es eingezogen wird. Diese drehende Bewegung hilft dabei, Verklemmungen zu lösen und das Kabel gleichmäßiger durch das Rohr zu führen.

Bei sehr langen Strecken kann es außerdem helfen, das Kabel vorab aufzurollen und gleichmäßig abzuspulen. So entstehen keine ungewollten Schlaufen oder Knoten, die das Einziehen zusätzlich erschweren würden.

Wie lassen sich mehrere Kabel durch ein Leerrohr ziehen?

Grundsätzlich ist es möglich, mehrere Kabel durch ein Leerrohr zu ziehen, wenn Sie einige Punkte dabei beachten. Wichtig ist, auf den Durchmesser des Rohres zu achten. Ist dieser für die Kabelmenge zu gering, wird das Einziehen der Kabel erschwert und im schlimmsten Fall werden die Kabel beschädigt. 

Außerdem sollten alle Kabel gleichzeitig eingezogen werden, da es sonst zu Blockierungen kommen kann, da bereits eingezogene Kabel im Weg sein könnten.

Denken Sie zusätzlich beim Einziehen mehrerer Kabel in ein Leerrohr an das Gleitmittel . Gerade wenn mehrere Kabel zusammen durch ein Rohr gezogen werden, steigt die Reibung deutlich an.

Bei der Elektroinstallation sollte außerdem darauf geachtet werden, welche Kabeltypen zusammen in einem Rohr verlegt werden dürfen. Nicht alle Kombinationen sind zulässig, weshalb Sie im Zweifelsfall einen Blick in die geltenden Normen werfen sollten. 

Kabel durch Leerrohr ziehen: Diese Fehler sollten Sie vermeiden

Auch beim Einziehen von Kabeln gibt es typische Fehler, die in der Praxis immer wieder vorkommen. Damit Ihnen diese Fehler nicht passieren, haben wir die wichtigsten zusammengefasst.

  • Kein Gleitmittel verwenden und zu viel Kraft einsetzen: Die Kabelisolierung kann dabei beschädigt werden. Im schlimmsten Fall reißt das Kabel oder der Einziehdraht, und das Einziehen muss von vorn beginnen.

  • Den Einziehdraht zu sperrig mit dem Kabel verbinden: Ein zu dicker Übergang bleibt an Bögen oder Engstellen hängen. Das Kabel lässt sich dann kaum noch bewegen, ohne dass dabei Kraft und Zeit verloren gehen.

  • Zu viele Kabel auf einmal einziehen wollen: Die Reibung steigt stark an, die Kabel verdrehen sich und im Rohr entsteht ein Stau. Das kann dazu führen, dass keines der Kabel seinen Platz richtig einnimmt.

  • Das Rohr vorher nicht auf Hindernisse oder Beschädigungen prüfen: Ein geknicktes oder beschädigtes Rohr blockiert das Kabel mitten auf der Strecke. Im ungünstigsten Fall wird dabei auch die Kabelisolierung aufgescheuert.

  • Ungeeignete Kabeltypen für die Elektroinstallation wählen: Wer hier spart oder das Falsche verbaut, riskiert später Funktionsstörungen, Überhitzung oder sogar Sicherheitsprobleme im Betrieb.

Wer diese Punkte von Anfang an im Blick behält, spart sich später unnötige Arbeit und vermeidet Schäden am Kabel oder am Rohr.

Das Kabel durch ein Leerrohr zu ziehen, ist keine Hexerei. Mit dem richtigen Werkzeug, einem guten Einziehdraht und ein bisschen Geduld lässt sich auch eine schwierige Strecke meistern. Und wer auf das passende Gleitmittel setzt, macht die Sache noch einmal deutlich einfacher.

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